Freitag, 3. August 2012

Strike a pose... VOGUE!

They had style, they had grace...

Trage ich Madonnas Message mal zusammen und assoziiere des Weiteren frei, so tragen alle VOGUE-Ladies die schwere Bürde, das Hochglanz-Magazin auch als Stil-Ikone würdig zu vertreten. Gemeint sind die Aushängeschilder par excellence, auch Chef-Redakteurinnen genannt, die in mühevoller Detailarbeit jeden Monat auf's Neue alle relevanten Trends zusammentragen, um unser Mode-Bewußtsein weiter zu schärfen und uns zum Träumen zu bringen.


Ladies with an attitude sind allerdings in der Riege der insgesamt 18 'Editors in Chief' rein augenscheinlich betrachtet nur die Wenigsten. Über Anna Wintour, die amerikanische Gallionsfigur im VOGUE-Luxusdampfer, müssen wir eigentlich gar nicht mehr reden. Spätestens seit  der Verfilmung des Top-Sellers The devil wears Prada von Candace Bushnell wissen wir, dass die Dame neben eiserner Disziplin und Erbarmungslosigkeit auch eine unanfechtbare Stilsicherheit besitzt. 

Mir persönlich sind die strenge, betonfest sitzende Pony-Bob-Frisur und ihre Vorliebe für Pastelltöne und Blümchenkleider zwar manchmal etwas zu eintönig, aber ein Händchen für ausgefallene Mäntel hat sie allemal.

Anna Wintour

Die am zweithäufigsten im VOGUE-Kontext genannte Chefredakteurin Emmanuelle Alt von der VOGUE Paris besticht durch ganz unangestrengt wirkende und bequeme Looks. Hier wünschte ich mir manchmal den Hauch Sexiness und Eleganz von Carine Roitfeld zurück. Denn schwarze Spitze, Leo-Prints und Overknees würden sicherlich auch an Madame Alt ganz bezaubernd aussehen. Aber natürlich hat die bewährte Kombination aus Jeans, Blazer bzw. locker sitzendendem Herrenhemd und schwarzen Pumps auch ihren ganz eigenen Charme. 

Emmanuelle Alt

Der schrillste Paradiesvogel der Branche muß sich über zu wenig Aufmerksamkeit nicht beklagen. Anna dello Russo von der japanischen VOGUE zieht mit ihren extravaganten Outfits wirklich alle Blicke auf sich. Als ausgetüftelte Marketing-Strategie für ausreichende Publicity perfekt, aber als Stil-Ikone spricht sie wohl nur einen ganz erlesenen Teil der Leserschaft im Speziellen und der Bevölkerung im Allgemeinen an.

Anna dello Russo

Und was ist mit 'First Ladys' wie Franca Sozzani (Italien), Yolanda Sacristán (Spanien) oder Paula Mateus (Portugal)...? Scheinbar haben sie es nicht geschafft, in den freien VOGUE-Assoziationsfluß mit aufgenommen zu werden (was gerade im Fall von Paula Mateus mit ihrem klassisch-eleganten Style sehr schade ist)!

Aber wie schaut's denn bei uns in Deutschland aus? Chefredakteurin Christiane Arp, Typ 'die kühle Blonde aus dem Norden', besticht durch gezieltes Understatement und erscheint in der Regel mit reduziertem Make-Up, straff zurückgebundenem Haar und schlichter Garderobe mit viel Schwarz. Was ja durchaus bedeuten könnte, dass die Business-Frau ganz einfach mehr Zeit für Inhalte als für die äußere Form verwendet.

Christiane Arp

Was lernen wir aus meinem kleinen und natürlich völlig subjektiv zusammengegestellten Style-Check? Die VOGUE-Editors nehmen sich mal mehr, mal weniger Raum für eine aufwendige Inszenierung als modische Inpirationsquelle und verblüffen nicht selten durch völlig unangestrengte bis hin zu grenzwertig gestalteten Kombinationen.

Letztendlich muss ich gestehen dass ich es ganz beruhigend finde, dass sogar die Fashion-Profis sich nicht willenlos dem Modediktat unterwerfen und ihren persönlichen Stil keinesfalls dafür opfern, die aktuellen Trends spazieren zu tragen oder wahllos alle angesagten Luxus-Labels zusammen zu würfeln. In diesem Sinne lautet meine Message: Mode mit Persönlichkeit zu tragen ist der wohl einzige Trend, der niemals aus der Mode kommt!

(Bilder: Getty Images)

Kommentare:

  1. Das ist ein ganz interessanter Post! Hab mir noch nie Gedanken darüber gemacht, wer hinter einer Zeitschrift stecken könnte. Ich glaube, wenn man den Job hat, ist ein individueller Stil das Wichtigste.

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  2. Großartig geschrieben! Ich finde es auch schön zu sehen, dass jeder Editor einen ganz eigenen Look hat und den auch konsequent durchzieht. Das zeigt mal wieder den Wahrheitsgehalt des altbackenen Spruchs "Mode kann man kaufen, Stil muss man haben". Wie du dir vorstellen kannst ist Anna dello Russo mein absoluter Liebling unter den Vogue-Ladies! Die passt auch ganz hervorragend in die japanische Modeszene - da ist schrill ja eher gefragt als hierzulande. Obwohl - die neue Bonnie Strange Ära bringt ja derzeit kräftig (orangene? ;)) Farbe in unsere Modezeitschriften. Freut mich ganz enorm!

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  3. Danke dir ;-). Ich kann dem schrillen Look von A.d.R. ja irgendwie so gar nichts abgewinnen. Auffällig-ja, stilvoll-nein! Aber zum Glück ist bei den Vogue Editors für jeden Geschmack jemand dabei ;-)

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